Schülervertretung Auhof
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Schülervertretung - auf Landesebene?!

Michael Obrovsky, AHS Landesschulsprecher

Dass es außer den Schülervertretern an deiner Schule auch eine Schülervertretung auf Landes- und Bundesebene gibt, wissen nur wenige. Aber wer kann darüber besser Bescheid wissen, als jene, die direkt involviert sind? Wir haben für dich mit Mike Obrovsky , dem AHS Landesschulsprecher und ehemaligen Schulsprecher unserer Schule geplaudert, weit war es ja nicht ;-)

Du bist Landesschulsprecher – wie kann man das werden beziehungsweise wie funktioniert die Schülervertretung außerhalb der eigenen Schule denn generell?

Mike: Am Ende jedes Schuljahres treffen sich alle Schulsprecher aus ganz Oberösterreich um aus ihrer Mitte die Landesschülervertretung (LSV) zu wählen. Die LSV besteht aus 24 Mitgliedern, wobei sich diese zu gleichen Teilen auf die drei Schultypen, AHS, BMHS und BS, aufteilen.
Die Kandidaten die in ihrem Bereich die meisten Punkte bekommen, sind Landesschulsprecher. Alle Landesschulsprecher aus Österreich bilden gleichzeitig die Bundesschülervertretung, welche zu Schulanfang aus ihren eigenen Reihen den Bundesschulsprecher und 3 Stellvertreter wählt.

Und was hast du, nachdem du dich erfolgreich der Wahl gestellt hast, im kommenden Schuljahr alles vor? Was macht man so als Landesschulsprecher?

Mike: Als Landesschulsprecher vertritt man die Interessen aller Schüler von Oberösterreich gegenüber der Politik. Wir sorgen dafür, dass die Schüler in bildungspolitischen Diskussionen nicht überhört werden. Immerhin sind wir Schüler diejenigen, die über Schulpolitik am meisten Bescheid wissen und direkt von ihr betroffen sind.
Kommendes Jahr wollen wir uns vor allem für die Einführung eines flächendeckenden, anonymen Feedbacksystems einsetzen. Um die Realisierung den Lehrern möglichst einfach zu gestalten, haben wir bereits eine Homepage erstellt, die es ermöglicht, Feedback online durchzuführen. Dadurch wollen wir erreichen, dass am Ende des Schuljahres mindestens jeder dritte Schüler seinen Lehrern Feedback geben kann. 
Nächstes Schuljahr werden wir auch auf die gravierenden Missstände im Bereich Schulpsychologie aufmerksam machen. Für alle 220 000 Schüler gibt es in ganz OÖ nur sage und schreibe 24 Schulpsychologen! Wir fordern daher, dass die Schulpsychologen stark aufgestockt werden und auf lange Frist jeder Schüler seinen Schulpsychologen kennen sollte. Dadurch soll die Hemmschwelle sinken bei Problemen professionelle Hilfe aufzusuchen.
Weiters wollen wir erreichen, dass Politische Bildung endlich als eigenes Schulfach eingeführt wird. Wir Jugendliche sind sehr wohl an Politik interessiert und wollen wählen gehen, allerdings fehlt den meisten von uns das nötige Hintergrundwissen. Wir Schüler wollen aber nicht unvorbereitet in die Wahlen gehen! Die möglichst rasche Einführung von politischer Bildung ist daher ein Muss!

Kann man in der Landesschülervertretung wirklich etwas verändern? Zum Beispiel werden ja die Lehrer eher weniger begeistert über deine Forderung zu Feedback sein?

Mike: Ja, die Landesschülervertretung kann sehr wohl etwas verändern! Allerdings sind diese Änderungen vom beschränkten Umfang und hängen meist vom Willen der Politiker ab, denn leider verfügt die Landesschülervertretung nur über beratende Kompetenzen und hat immer noch keine Möglichkeit, direkt mitzubestimmen.
Und ja, es ist wahr, viele Lehrer stehen einem Feedback ihrer Schüler eher skeptisch gegenüber, aber es gibt durchaus auch sehr viele Lehrer, die vom Feedback begeistert sind. Unsere Aufgabe ist es, den skeptischen Lehrern zu zeigen, wie sehr sie von Feedback profitieren und dass sich die Unterrichtsqualität dadurch entscheidend verbessern lässt!

Vielen Dank für das Interview! Viel Erfolg für das kommende Jahr und hoffen, dass du im Land genauso viel verändern kannst wie an unserer Schule!

Mike: Herzlichen Dank!